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Artwork Richrad Crow

Willkommen

Willkommen auf der Website von Bring Freud ins Leben! (BFIL!), der Gesellschaft gegen die Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ihr Interesse an diesem Thema ist bereits ein wesentlicher Beitrag für eine Veränderung der aktuellen Situation. Viele Menschen in Österreich sind Opfer oder ZeugInnen dieser Diskriminierung und trauen sich dennoch nicht, für ihre Rechte bzw. die von anderen einzustehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu Beginn zu definieren, dass ein Engagement für Bring Freud ins Leben! nicht bedeutet, dass die/der jeweilige selbst an einer psychischen Erkrankung leidet. Man wird von einer Person, die auf den Life Ball geht bzw. sich für die Finanzierung der HIV Forschung einsetzt, auch nicht automatisch annehmen, dass diese selbst an einer HIV Infektion leidet oder AIDS krank ist.

Die Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen erfolgt über viele Kanäle, die häufig nicht wahrgenommen werden. PolitikerInnen richten sich immer wieder über Medien aus, schizophren zu sein oder dass das Anliegen des Gegenübers schizophren wäre. Wie sich ein Mensch, der tatsächlich an Schizophrenie leidet, dabei fühlt, scheint dabei unwichtig zu sein. Bei einem ‘träge wie ein Nierenkranker’ wäre ein (gerechtfertigter) medialer Aufschrei vorprogrammiert. Im Bereich von religiöser (z.B. antisemitisch) oder ethnischer (z.B. Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund) Zugehörigkeit würde eine derartige Zuordnung wahrscheinlich zum Rücktritt des jeweiligen Politikers führen.

Eine weitere Diskriminierung, die medial bereits eine gewisse Aufmerksamkeit nach sich zieht und politisch elegant ignoriert wird, ist die massive Benachteiligung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Gesundheitsversorgung. Auch wenn in Österreich keine validen Daten zur Verfügung stehen, ist davon auszugehen, dass 90% der Erkrankten keine adäquate, evidenzbasierte Behandlung erfahren. Anhand europäischer Daten ist davon auszugehen, dass 38% der Bevölkerung an einer neuropsychiatrischen Erkrankung leidet. Diese Zahlen sind insofern dramatisch, da sich in Österreich pro Jahr über 1.300 Menschen suizidieren (bitte verwenden Sie das Wort Selbstmord nicht, SuizidentInnen sind keine MörderInnen). Als Vergleich sterben in Österreich pro Jahr zirka 20 Menschen an AIDS. Eine schwergradige Alkoholabhängigkeit senkt die Lebenserwartung je nach Geschlecht um 19 bzw. 25 Jahre, in der Altersgruppe zwischen 20 und 39 Jahren sind 25% aller Tode alkoholassoziiert. In Österreich sind zirka eine Million Menschen leicht-, mittel- oder schwergradig alkoholkrank.

Bring Freud ins Leben! stellt sich aufgrund dieser Fakten entschieden gegen die Entwertung eines Wiener Politikers, der in zahlreichen Kabarett-Sendungen nur noch mit einem Doppelliter Wein dargestellt wird. Dieselbe Verhöhnung wäre im Falle einer körperlichen Erkrankung nur sehr schwer entschuldbar. Bring Freud ins Leben! kritisiert jedoch gleichzeitig die Gesundheitspolitik der Stadt Wien, die in den letzten Jahren die Versorgung von Menschen mit Alkoholabhängigkeit stark vernachlässigt hat, und dass der Zukunftsplan ‘Alkohol 2020’ bei weitem nicht ausreicht, um eine Versorgung wie im Bereich von Diabetes mellitus oder arterieller Hypertonie zu erreichen.

Bitte engagieren Sie sich gegen die Diskriminierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen, indem Sie Ihre Stimme erheben (vor allem auch in sozialen Medien) und nicht länger schweigen. Sie können Diskriminierungen auch direkt an die Gesellschaft melden. Alle weiteren Möglichkeiten zur Unterstützung von Bring Freud ins Leben! finden Sie auf dieser Webseite.

Danke,

Dr. Gerald Pail
Präsident von Bring Freud ins Leben!

 

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